Auch der Senat ist gefordert
Im Fall Chantal verdichten sich die Hinweise, dass die Kontrolle der Pflegefamilie durch das Jugendamt Mitte lückenhaft war. Die Verantwortung dafür trägt aus Sicht der Grünen Bezirksamtsleiter Schreiber, der mit voreiligen Aussagen die Sachaufklärung eher behindert als befördert.
Die GAL unterstützt den Ruf nach unabhängiger Aufklärung und sieht auch den Bürgermeister gefordert.
Jens Kerstan, Vorsitzender der GAL-Bürgerschaftsfraktion, erklärt:
„Herr Schreiber als der politisch Verantwortliche kämpft derzeit vor allem darum, die eigene Haut zu retten. Für eine unbefangene Aufklärung in der Sache ist er die falsche Person. Deshalb begrüßen wir den Ruf nach einer Person, die unabhängig für Klärung und Transparenz sorgt. Die Tatsache, dass sich zum zweiten Mal in Schreibers Verantwortungsbereich ein Todesfall ereignet, macht es nötig, dass sich der Bürgermeister und der Sozialsenator direkt einschalten. Sie sind mit dem Versprechen vom ,guten Regieren‘ angetreten und müssen für eine ernsthafte Aufklärung der Hintergründe und für Konsequenzen aus diesem Fall sorgen. Es wird nicht ausreichen, die Jugendamtsleitung auszuwechseln und zur Tagesordnung überzugehen.“
Christiane Blömeke, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion, sagt:
„Herr Schreiber zieht es seit Jahren vor, sich mit öffentlichen Auftritten zu profilieren, anstatt sein Bezirksamt nach innen richtig zu führen. Er trägt die Verantwortung für die Arbeitsbelastung im Jugendamt. Die Versuche Schreibers, die Verantwortung für den Tod des Kindes allein dem freien Träger zuzuschieben, sind ein peinliches und durchsichtiges Manöver. Mit dieser Haltung behindert er die Sachaufklärung im Sinne des Kinderschutzes. Es muss geprüft werden, ob sich auch die Bürgerschaft in die Aufklärung einschaltet und eine Vorlage der Akten einfordert.“
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