SPD verabschiedet sich vom schwulen Jugendzentrum
Die SPD verabschiedet sich von der Idee eines schwulen Jugendzentrums. Die dafür bereitgestellten Mittel sollen anderweitig verwendet werden. Die GAL-Bürgerschaftsfraktion kritisiert dies als Rückschlag für die Unterstützung junger Schwuler.
Auf der Podiumsdiskussion des Christopher-Street-Days am 6. August hatte der SPD-Abgeordnete Philip Sebastian Kühn die Pläne der SPD-Fraktion bekannt gegeben. Die Mittel für ein schwules Jugendzentrum waren noch von Schwarz-Grün bereitgestellt worden. Die 65.000 Euro sollen nun dem Magnus-Hirschfeld-Centrum (MHC) und dem JungLesbenZentrum Intervention zur Verfügung gestellt werden
Dazu erklärt Farid Müller, lesben- und schwulenpolitischer Sprecher der GAL-Bürgerschaftsfraktion und Vorsitzender des Justiz- und Gleichstellungsausschusses:
„Mit dieser Richtungsentscheidung verabschiedet sich die Hamburger SPD von dem Ziel, die schwule Jugendarbeit mit einem Kompetenzzentrum zu stärken. Besonders für das angelaufene Aufklärungsprogramm in den Hamburger Schulen ist dies ein Rückschlag, Erfahrungen aus anderen Bundesländern mit solchen Jugendzentren unterstützen diese Einschätzung.
Die Chance, ein eigenständiges Jugendzentrum zu eröffnen, wird nun vertan. Jeder neue Senat hat das Recht, mit seiner Mehrheit inhaltliche Akzente zu setzen. Die Absage an ein schwules Jugendzentrums in Hamburg ist jedoch eine politische Fehlentscheidung. Durch die erhöhte gesellschaftliche Akzeptanz findet das Coming Out immer früher statt. Deshalb ist eine Neuausrichtung der Beratung und Hilfe in Richtung Jugend notwendig.
Ohne ein solches Kompetenzzentrum, an das sich auch Lehrer und Sozialpädagogen wenden können, wird dieser Weg verbaut. In den anlaufenden Haushaltsberatungen werden wir diese Fehlentscheidung zum Thema machen."
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