Frauen
Im Durchschnitt verdienen Frauen in Hamburg 866 Euro weniger im Monat als ihre männlichen Kollegen. Damit liegt die Lohnkluft in Hamburg über dem Bundesdurchschnitt von 773 Euro Einkommensunterschied. Bei den Prämien- und Bonuszahlungen weist Hamburg im Bundesvergleich mit den größten Unterschied zwischen den Geschlechtern auf. Die Lohnunterschiede haben viele Ursachen: Teilzeitbeschäftigung, Erziehungszeiten und eine deutliche Überrepräsentation von Frauen in schlecht bezahlten Berufen sind einige davon. Von dem eigentlich selbstverständlichen Grundsatz, `gleicher Lohn für gleiche Arbeit’ sind wir in Hamburg immer noch weit entfernt. Die GAL appelliert an die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in Hamburg, bei Löhnen und Prämienzahlungen die gleichen Maßstäbe anzulegen und Frauen bei der Karriereplanung gezielter zu fördern. Erziehungszeiten sollten für Männer und Frauen gleichermaßen selbstverständlich und akzeptiert sein - sie dürfen keinen Nachteil für die weitere berufliche Laufbahn darstellen. Es bleibt eine der wichtigsten Aufgaben der Politik, bessere Bedingungen für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu schaffen.
Die Themen Frauenförderung und Gender Mainstreaming wurden von der GAL in der Arbeitsstelle Vielfalt in der Justizbehörde konzentriert, um durch eine zentrale Institution eine effektivere Durchsetzung dieser Themen zu gewährleisten. Unter der neuen Regierung wurde diese Arbeitsstelle wieder aufgelöst. Die Frage, an welcher Stelle Antidiskriminierungsaufgaben in Hamburg in Zukunft bearbeitet werden sollen, bleibt offen. Der SPD-geführte Senat ist aufgefordert, ein Konzept zu entwickeln.
Im Zusammenhang mit dem Opferschutz sehen wir die Hamburger Frauenhäuser als einen wichtigen Bestandteil des Hamburger Hilfesystems für Frauen und werden uns weiterhin dafür einsetzen, dieses zu sichern und auszubauen – denn die Anzahl der Plätze in Hamburg entspricht bei weitem nicht der EU-Empfehlung von 1 Platz auf 7.500 EinwohnerInnen. Der Ergebnisbericht des Runden Tisches „Sexarbeit“ liegt jetzt vor und enthält einige sehr konkrete Empfehlungen, beispielsweise zur Ausgestaltung eines „Bordell-TÜVs“ oder zu einzelnen Bundesratsinitiativen, die das Prostitutionsgesetz nachbessern sollen. Nur im Punkt „Umgang mit der Sperrgebietsverordnung in St. Georg“ sind sich die TeilnehmerInnen nicht einig geworden und empfehlen deshalb einen neuen runden Tisch, der sich nur diesem Thema widmet. Die GAL fordert von der SPD eine zügige Auswertung des Berichts und dann die entsprechende Umsetzung der von den ExpertInnen geforderten Verbesserungen.
