Senat gibt 45 Prozent der Spendensumme für Reklame aus
Senatoren als Baumpaten, kaum ein Pflanztermin ohne Fototermin mit SPD-Prominenz – für die Aktion „Mein Baum – meine Stadt“ wurde kräftig die Werbetrommel gerührt. Aus der Antwort auf eine GAL-Anfrage wird klar, dass der Senat für das Marketing enorm viel Geld ausgibt. In Relation zur Spendensumme fließen satte 45 Prozent für externe PR-Leistungen.
Die GAL-Fraktion hält dies für politisch instinktlos und für respektlos gegenüber den engagierten Spenderinnen und Spendern.
Jens Kerstan, umweltpolitischer Sprecher und Vorsitzender der GAL-Fraktion, erklärt zur Aktion „Mein Baum Meine Stadt“:
„Die Spendenbereitschaft für mehr Stadtbäume war riesig groß. Riesig groß war auch der Aufwand, mit dem der Senat die Werbetrommel gerührt hat. 294.000 Euro an Spenden stehen 132.000 Euro an Ausgaben für PR und Reklame gegenüber. Das entspricht satten 45 Prozent der Spendensumme.
Wenn man Spenden und Marketing gegenüberstellt, fließen von jedem 500-Euro-Bürgerbeitrag pro Baum also 225 Euro für Werber, Fotos und Broschüren statt für Ahorn, Buche oder Linde. Jeder gemeinnützigen Organisation, die 45 von 100 Euro der Spenden für Reklame und PR-Agenturen aufwendet, würde sofort das Spendensiegel entzogen. Die Unterstützer würden sich in Scharen abwenden.
Die Aktion ,Mein Baum meine Stadt‘ war der einzige eigene Beitrag der SPD zur Umwelthauptstadt. Er wurde mit viel Tamtam und einem Senatoren-Fototermin vor dem Rathaus gefeiert. Nun bleibt die bittere Erkenntnis, dass der Senat das Geld der Bürgerinnen und Bürger zu einem guten Teil für die Selbstinszenierung genutzt hat. Dieses Verhalten ist instinktlos und respektlos. Ehrlicherweise müsste der Senat die Aktion ,Mein Baum – Meine Stadt‘ umbenennen in ,Euer Geld – unsere Reklame‘.“
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