Hamburg soll Charta von Florenz beitreten
Hamburg soll sich dem Netzwerk gentechnikfreier Regionen in Europa anschließen. Das fordert die GAL-Bürgerschaftsfraktion in ihrem Antrag (Drucksache 20/272) zur Bürgerschaftssitzung am 04.05.2011. Hierzu muss die Hansestadt die sogenannte „Charta von Florenz“ unterzeichnen – wie es schon etliche europäische Regionen getan haben.
Heidrun Schmitt, Sprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion für Verbraucherschutz, erklärt dazu: „Eine überwältigende Mehrheit der Menschen in Deutschland und Hamburg lehnt gentechnisch veränderte Lebensmittel ab. Mit dem Beitritt zum Netzwerk der gentechnikfreien Regionen in Europa kann Hamburg ein starkes Signal für den Kampf um das Recht auf Gentechnikfreiheit und den Schutz regionaler landwirtschaftlicher Produkte und Produktion setzen.“ Der Anbau von genetisch veränderten Organismen gefährdet ganze Ökosysteme, die Landwirtschaft und letztlich auch unsere Lebensmittelversorgung. So wurden erst in den vergangenen Tagen Berichte über massive Ernteausfälle auf Grund von Krankheiten speziell bei gentechnisch verändertem Mais in den USA in den Jahren 2009 und 2010 bekannt. „Bereits in der letzten Wahlperiode gab es einen breiten politischen Konsens, Hamburg gentechnikfreie zu halten. Ich hoffe, dass die Politik auch in dieser Wahlperiode hier an einem Strang zieht und dass es für den Beitritt zum Netzwerk gentechnikfreier Regionen eine breite Mehrheit in der Bürgerschaft geben wird.“
Hintergrund:
Das „Europäische Netzwerk der gentechnikfreien Regionen“ wurde im Jahr 2003 von zehn europäischen Regionen gegründet. Im Jahre 2005 wurde die „Charta gentechnikfreier Regionen“ (Charta von Florenz) beschlossen, in der die Ziele und Aufgaben der Initiative sowie das Bekenntnis zur Gentechnikfreiheit beschrieben sind. Derzeit gehören dem Netzwerk 53 europäische Regionen an. Darunter sind zahlreiche Regionen aus Italien und Frankreich, beispielsweise die Toskana, die Bretagne und die Normandie. Erklärtes Ziel des Verbandes ist es, den Ruf und die Akzeptanz der Produkte aus heimischer Landwirtschaft zu schützen und Regionen auf europäischer Ebene das Recht zu erkämpfen, sich für vollständig gentechnikfrei zu erklären. Als bisher einziges deutsches Bundesland ist Thüringen im November 2010 dem Netzwerk beigetreten.

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