Rücktritt ist nur ein erster Schritt
Der Rücktritt von Bezirksamtschef Markus Schreiber ist nach dem Tod von Chantal aus Sicht der Grünen nur ein erster Schritt. Der Bürgermeister hat viel zu spät und erst auf großen Druck hin gehandelt. Neben der Aufklärung aller Vorgänge und Fakten des Falls muss jetzt das merkwürdige Jugendhilfesystem in Mitte unter die Lupe genommen werden.
Jens Kerstan, Vorsitzender der GAL-Fraktion sagt:
„Der Rücktritt war längst überfällig. Der Bürgermeister hat als Getriebener gehandelt: Viel zu lange hat Olaf Scholz zugesehen, gezögert und geschwiegen. Erst als der Druck der Öffentlichkeit und der Opposition zu groß wurde, hat er eingegriffen. Starke und entschlossene Führung sieht anders aus.
Dieser Rücktritt kann bei der Aufarbeitung des Falls nur ein erster Schritt sein. Mit Schreibers Ablösung sind die Probleme im Jugend- und Bezirksamt Mitte noch lange nicht gelöst. Jetzt müssen die merkwürdigen Jugendhilfestrukturen im Bezirk Mitte unter die Lupe genommen werden. Es gilt zu fragen, welchen Anteil die enge Verquickung der politischen Interessen von SPD-Bezirkschef Johannes Kahrs und den Jugendhilfestrukturen im Bezirk Mitte an den unhaltbaren Zuständen im Bezirks- und Jugendamt hat. Genau diese Strukturen haben bei Chantal offenkundig versagt.“
Katharina Fegebank, Landesvorsitzende der GAL Hamburg, erklärt:
„Der Rücktritt von Herrn Schreiber ist folgerichtig, aber er kommt spät. Das Wichtigste ist jetzt, dass die offenkundigen Missstände im Jugendhilfebereich im Bezirk Mitte aufgearbeitet und abgestellt werden. Das ist der Maßstab der GAL für Konsequenzen aus dem Fall Chantal.
Es geht jetzt nicht einfach nur um Personen, sondern um grundlegende Veränderungen im Jugendhilfebereich im Bezirk Mitte. Vielmehr müssen alle Strukturen und Verfahren auf den Prüfstand. Aus der Analyse müssen Konsequenzen folgen.
Bevor das geschehen kann, muss die regierende SPD ihren Teil zur Aufklärung beitragen. Wir benötigen größtmögliche Transparenz, wenn wir die Missstände in der Jugendhilfe im Bezirk Hamburg-Mitte nachhaltig beseitigen wollen.“
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