Antrag zu Hochschulzugang abgelehnt

SPD-Fraktion widerspricht Zielen des eigenen Senats


Menschen ohne Abitur sollen leichter studieren können. Das steht auch im Arbeitsprogramm des Senats. Die GAL hatte dies in einem Antrag schon im Mai gefordert. Den hat die SPD-Fraktion am Dienstag im Wissenschaftsausschuss abgelehnt. Das ist aus Sicht der Grünen unverständlich und widersprüchlich.

Ärgerlich ist es für die Betroffenen, weil Zeit verloren geht. Statt eines konkreten Parlamentsvotums will die SPD nun  eine Arbeitsgruppe tagen lassen.

Dr. Eva Gümbel, wissenschaftspolitische Sprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion:

„Hamburg droht ein Fachkräftemangel, auch die Zahl der Akademiker ist bei uns viel geringer als in anderen Metropolen. Wir wollen, dass mehr Menschen ohne Abitur die Chance zur Aufnahme eines Studiums nutzen. Die SPD will dies eigentlich auch. Gestern wurde die Chance vertan, ein klares Bekenntnis zu diesem Ziel auszusenden.  Die SPD verlagert das Thema jetzt in eine Arbeitsgruppe und verschenkt dadurch wertvolle Zeit. Es ist bedauerlich, dass für die SPD-Fraktion parteitaktische Gründe wichtiger sind als die Umsetzung eines politischen Ziels.“

Mit ihrer Ablehnung hat sich die SPD-Bürgerschaftsfraktion inhaltlich gegen die Vorgaben aus dem Arbeitsprogramm des Senats gestellt. Dort wird als Ziel formuliert, die Durchlässigkeit im Bildungsbereich zu verbessern und die Anzahl der Studierenden, die bereits einen Beruf erlernt haben, auf zehn Prozent zu erhöhen.

Der Antrag der GAL (Drucksache 20/403) schlägt vor, eine abgestimmte gemeinsame Öffentlichkeitskampagne mit den Hochschulen, der Handelskammer, der Handwerkskammer sowie den Gewerkschaften zu starten. Damit sollen gezielt beruflich Qualifizierte auf die Möglichkeit eines Studiums hingewiesen werden.



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